Endodontologie

Bei der Endodontologie handelt es sich dem Wortsinn nach um die "Lehre des Zahn-Inneren". Fachlich geht es dabei um die Erkrankungen des Weichgewebes im Zahn (Zahnnerv, Blutgefäße und Bindegewebe) und deren Behandlung. Im Volksmund meist als "Wurzelbehandlung" bezeichnet, umfasst die Endodontologie noch mehr Therapieformen als die eigentlich Wurzelkanalbehandlung und -füllung. Oberstes Ziel ist zunächst die Vermeidung der Devitalisierung (Absterben des Zahnnerven) eines Zahnes. Dazu wird schon im Vorfeld bei einer Füllungslegung im Zahn darauf geachtet, ob die Karies tief vorgedrungen ist. Bestätigt sich dies, so wird die Kavität (das "Loch") zusätzlich zur Desinfektion mit einer medikamentösen Einlage und einer Art "Wundverband" versehen, so dass die Chancen gut sind, dass eine Wurzelbehandlung vermieden werden kann.

Sind allerdings schon Zahnschmerzen vorhanden und sind diese dauerhaft, so ist die Wahrscheinlichkeit einer Wurzelkanalbehandlung hoch. Zugrunde liegt hier eine Entzündung des Weichgewebes im Inneren des Zahnes. Der Zahn stellt dabei eine anatomische Besonderheit dar; durch die Hartgewebskapsel kann es zu keiner Schwellung im Zahninneren kommen, nichtsdestotrotz reagiert die körpereigene Abwehr und "schickt" den Angreifern (Bakterien) die spezialisierten Abwehrzellen entgegen. In der Folge kommt es durch die erhöhte Durchblutung zu einem starken Druckanstieg im Zahninneren - den charakteristischen, meist starken Zahnschmerzen. Hält dieser Zustand unbehandelt an, kann  sich das Weichgewebe quasi selbst strangulieren, der Zahn "stirbt ab" und die Schmerzen sind zunächst passé. Diese "Pause" ist jedoch tückisch, ist doch die Ursache (der bakterielle Angriff) nicht behoben. Mit der Zeit breitet sich die Infektion über den Zahn ins umliegende Gewebe, den Kieferknochen, aus. Das ist häufig der Augenblick, in dem die Beschwerden mit Macht zurückkehren. Spätestens dann ist die ärztliche Intervention unumgänglich.

Aber seien Sie guten Mutes: diese Disziplin innerhalb der Zahnmedizin hat in den letzten 10-15 Jahren rasante Fortschritte gemacht, so dass teils schmerzhaften Erfahrungen der Vergangenheit heute extrem selten sind. Und auch die Erfolgswahrscheinlichkeit einer mit modernen Methoden durchgeführten Wurzelkanalbehandlung ist ungleich höher gegenüber den herkömmlichen Methoden. Diese modernen Methoden bestehen aus einem ganzen Maßnahmenpaket für jeden einzelnen Behandlungsabschnitt und tragen dem heutigen Verständnis der bakteriellen Interaktion und dem heutigen Kenntnisstand der mikroanatomischen Gegebenheiten im Zahn Rechnung.